Unser Hof - unsere Haltung
Familienbetrieb mit 30 Jahren Bio-Tradition
Der Biohof Höps ist ein gewachsener, vielfältiger Biobetrieb.
Tiere, Ackerbau und verschiedene Betriebszweige greifen ineinander. Vieles wird von Hand gemacht, in einem Rhythmus, der sich an den Jahreszeiten orientiert.
Der Hof steht für eine Landwirtschaft, die nicht auf Schnelligkeit oder Größe ausgerichtet ist, sondern auf Verantwortung für das, was da ist - vor Ort, im direkten Umgang mit Boden, Pflanzen und Tieren.
Claudia Höps führt den Betrieb aus dieser Haltung heraus.
Geprägt von Landwirtschaft und Lebenserfahrung arbeitet sie klar, direkt und nah an der Realität des Hofes. Ihre Arbeit verbindet Bodenständigkeit mit einem offenen Blick für Menschen und ihre Wege. Die Gründung eines Kindergartens war eine Herzensangelegenheit.
Warum dieser Hof anders ist
Unsere Felder tragen keine Nummern. Sie tragen Erinnerungen an Regen, Frost, Sonne und Handarbeit, an Feldfrüchte, Beikraut, Rehe, Hasen, Feldlerchen. An gute und weniger gute Ernten. An Bauern und Bäuerinnen und deren Schicksal. Erinnerungen an das Stroh, an Futter für die Tiere, an gute und schlechte Bedingungen. Diese Erinnerungen sind immer dabei, wenn man im Mai im Gemüse über frisch gejätete Reihen geht, wenn der Boden nach Regen riecht, wenn Blindschleichen zwischen Blühstreifen huschen und die Tiere auf der Weide im Gras liegen und wiederkäuen.
Wir bauen an und pflegen, weil hier Leben stattfindet – nicht nur Pflanzen oder Tiere, sondern ein Netz von Organismen, von Bodenleben bis Säugetier, von Spinne bis Vogel.
In einer Zeit, in der alle Höfe unter extremen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zwängen stehen geht es uns um echte, tragfähige Lösungen, die unseren Hof langfristig sichern – für heute, morgen und kommende Generationen.
Wir verstehen Landwirtschaft in erster Linie als Gemeinschaft mit der Natur, nicht nur als Dienstleistung für den Markt.
Solidarität & tragfähiges Modell
Unser Hof verbindet heute Verbraucherinnen und Erzeugerinnen über direkte Versorgungssysteme.
Wir bewirtschaften knapp 60 Hektar nach Demeter‑Richtlinien und verstehen unseren Hof als lebendigen Organismus, in dem alles zusammenwirkt:
Tierhaltung mit Milchvieh und Mutterschafen – in artgerechten Lebensräumen
Ackerbau und Gemüseanbau – vielfältig, saisonal und regional
Eier, Milchprodukte und Fleisch – direkt erzeugt und schonend verarbeitet
Hofladen & Hofkiste – frische Lebensmittel ohne Umwege
Bauernhofkindergarten – Kinder erleben Landwirtschaft hautnah
Diese Vielfalt ist kein Zufall, sondern Ausdruck unseres Verständnisses: Artenvielfalt, Fruchtfolge, Tier-Pflanzen-Kreisläufe und naturnahe Lebensräume gehören zusammen.
Tiere - mehr als Haltung
Tiere bei uns haben Tageslicht, Bewegung, Kontakt zu Artgenossen und Bezug zum Weideboden. Sie sind kein Produktionsfaktor, sie sind Partner im Hofkreislauf. Kühe, Ochsen, Schafe weiden, mulchen, hinterlassen Futterreste - Nahrung für Bodenpilze, Insekten, Würmer und das gesamte Ökosystem
Artgerechte Haltung heißt bei uns nicht nur Auslauf. Es heißt natürliche Rhythmen, Wetter, Jahreszeiten und Tageszeiten. Wir füttern nicht, nur um Gewicht zu erzeugen.
Wir füttern so, dass Futter Wirkung in der Landschaft hat – wo es in Form von Dung landet, regt es Bodenleben an.
Boden – Herz des Hofes
Boden ist für uns nicht nur „Erde“, sondern Erinnerung, Speicher, Lebensträger.
Ein Boden, der Wasser wie ein Schwamm hält ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis von Jahrzehnten, in denen wir immer noch lernen:
- Humus aufzubauen statt ihn auszubrennen
- tiefwurzelnde Pflanzen statt flacher Monokulturen
- Lebendige Fruchtfolgen statt eintöniger Reihen
In jedem Quadratmeter Boden leben mehr Organismen als Menschen auf der Erde existieren. Wir messen nicht in Ertrag pro Hektar. Wir messen in Bodenleben, Regenversickerung, Wasserspeicherung, Wurzelnetzwerken.
Unsere Felder sollen Lebensräume sein und bleiben - auch oder gerade in Zeiten des Klimawandels.
Jahresrhythmus – der Hof als Kreislauf
Unser Hof lebt nicht in Monaten.
Er lebt im Jahreskreislauf.
Frühjahr: erste Salate, Bärlauch, neue Triebe
Sommer: Fülle – Tomaten, Zucchini, Bohnen, Kräuter
Herbst: Kartoffeln, Kürbis, Kohl, Einlagerung für den Winter
Winter: Lagergemüse, Fleisch, Milchprodukte – Vorrat des Sommers
In vielen Supermarkt‑„Bio“-Konzepten werden Produkte gleichgeschaltet – gleicher Geschmack, gleiche Form, gleiche Verfügbarkeit, das ganze Jahr.
Bei uns ist jede Woche anders. Wie die Natur es gibt. Wie der Boden her vor Ort es macht.
Es bedeutet Ehrlichkeit:
saisonale Schwankungen sind keine Fehler,
sie sind Teil eines lebendigen Systems.
Biodiversität & Lebensräume
Wir fördern nicht nur Pflanzen, wir fördern Landschaften:
- Diversitätsstreifen nicht nur Blühstreifen für Insekten
- Hecken für Vögel und Kleinsäuger
- Brachen für Bodenorganismen
- satten Boden statt kargem Feld
Viele Maßnahmen, die wir ergreifen, zielen auf Vermehrung der Lebensvielfalt, nicht auf Vereinfachung.
In vielen „Bio“-Systemen ist Biodiversität ein Beipackzettel. Bei uns soll es der Grundstein sein. Wenn auf einem Feld Blumen, Gräser, Schmetterlinge, Kröten, Käfer und Blindschleichen Rehe zu sehen sind, dann wissen wir:
Hier ist Leben, Lebensraum, Landwirtchaft und Lebensmittel. Das geht zusammen!
Landwirtschaft als Verantwortung, nicht Dienstleistung
Wir planen nach Jahresrhythmus, Boden, Wetter, Ernte – und Verantwortung. Nicht nur nach Nachfrage.
Verantwortung heißt:
- Wir akzeptieren Ernteausfälle
- Wir tragen Risiken gemeinsam mit denen, die unsere Lebensmittel wählen
- Wir verzichten auf einfache Skalierbarkeit
- Wir denken langfristig, nicht nur nach Quartalsergebnissen
Das unterscheidet uns von vielen landwirtschaftlichen Betrieben, auch von vielen Bio‑Höfen, die sich am Markt orientieren müssen.
Wir fragen immer wieder:
Was lässt die Landschaft, die Tiere und die Böden lebendig sein?
Antworten auf Zweifel
„Wenn ihr so arbeitet, warum ist das teurer?“
Weil wir Qualität, Bodenaufbau, Tierwohl und Biodiversität nicht nur als Kosten, sondern als Verantwortung betrachten.
„Warum nicht standardisieren?“
Weil Standardisierung die Natur abflacht. Wir arbeiten mit ihr, nicht gegen sie.
„Wie geht ihr mit schlechten Jahren um?“
Mit Planung, Solidarität, jahresweiser Beteiligung, solidarischem Ausgleich und Bereitschaft zu Schwankungen.