Wir haben die Erde von unseren Kindern geliehen.
Der Biohof Höps – ehemals Dollingerhof – ist seit Generationen ein familiengeführter Betrieb, der sich stetig weiterentwickelt hat und doch seinen Werten treu geblieben ist.
Über viele Jahre wurde der Hof von Karl Dollinger geprägt, der zu den frühen Pionieren des ökologischen Landbaus in der Region gehörte. Seine Überzeugung, Landwirtschaft im Einklang mit Boden, Tier und Mensch zu gestalten, bildet bis heute das Fundament unserer Arbeit.
Nach seinem Tod im Jahr 2021 stand der Hof an einem Wendepunkt. Claudia Höps führt den Betrieb seither weiter – getragen von dieser Haltung und dem gemeinsamen Weg, der den Hof über viele Jahre geprägt hat.
Die Umbenennung in Biohof Höps war dabei auch Ausdruck eines persönlichen und familiären Neuanfangs. Sie steht nicht für einen Bruch, sondern für die Weiterführung dieses Weges unter veränderten Lebensumständen und trägt zugleich der nächsten Generation Rechnung, die den Hof künftig übernehmen wird.
Der Bio-Hof Höps ehemals Dollingerhof ist seit mehr als 7 Generationen und bis in die heutige Zeit ein kleinbäuerlicher Betrieb geblieben. Was an sich schon ein kleines Wunder ist. Vor über 30 Jahren hat Dipl. Agraringenieur Karl Dollinger (verstorben im Mai 2021) den Hof auf Biologischen Landbau umgestellt und war einer der ersten in der Region.
Alles begann mit einem einzigen Hektar Land, das Michael Dollinger seinem Sohn Karl zugestanden hat um darauf erste Versuche ökologischen Landbaus zu machen. In alten Aufzeichnung schreibt Karl immer wieder von seiner tiefen Motivation, die Schöpfung zu bewahren und wegzukommen von Chemie und Gift. Er wollte Biodiversität, Bodenleben und Tierwohl konsequent fördern. Dafür musste er sich viel Hohn und Spott anhören, aus der eigenen Famiie aber auch von außerhalb. Dennoch ist er zielstrebig seinen Weg gegangen. Seine Freundlichkeit und sein friedfertiges Wesen waren überall bekannt und beliebt. Und so verstand er es nach und nach eine breite Akzeptanz für seinen Weg zu erreichen. Grund am Gegenwind und Negativismus anderer Leute zu Verzweifeln hätte er genug gehabt. Aber er sagte immer, "Jeder ist anders" und brachte damit zum Ausdruck, dass Toleranz der Schlüssel zum Miteinander ist. Was er auch immer wieder scherzhaft sagte war, dass er Landwirtschaft nicht wegen des Geldes mache. Da hätte er beruflich was anderes machen müssen. Er habe viele landwirtschaftliche Hobbies und immer gemacht was ihm Spaß gemacht habe, es sei ihm auch sehr wichtig, dass er am Morgen seine eigene Milch trinken könne. Allein deshalb lohne es sich für ihn Kühe zu halten.
Lange Jahre war er sogar Ortsobmann und vertrat auch die Anliegen konventioneller Bauern.
Sein Glaube war es, der ihn stets Kraft und Zuversicht gab.
Karl Dollinger gehört auch zu jenen Landwirten, die immer wieder aufs Neue mit ihrem Wissen überraschen können. Kaum eine Kulturpflanze, kaum eine neue Technologie, kaum eine neue Anbaumethode, die Karl Dollinger nicht kannte. Die Ökobauern aus der Umgebung? Mit denen pflegte er regelmäßigen Kontakt. Der Anbau von Sonderkulturen? Wenn er selbst noch keine Erfahrungen damit gemacht hatte, dann kannte er jemanden, auf den dies zutraf.
So fand man schon immer in seinem Hofladen eigene Sojabohnen, Sonnenblumenkerne, Buchweizen und Emmer. Aus Nürnberg kamen die die Ökos und Müslis und bezogen ihre Getreide vom Karl, der für jeden immer ein Lächeln und ein Gespräch übrig hatte. Nie war jemand zu viel.
Bei dieser Neugierde und Offenheit verwundert es dann auch kaum noch, dass der vielseitig wirtschaftende Betrieb einer der ersten war, der sich der Nürnberger SoLaWi Initiative „Vielmehr Bewahren“ angeschlossen hat, aus der sich dann eine Solawi entwickelt hat. Neben der vielfältigen Landwirtschaft mit Ackerbau, Feldgemüse und Salaten, Erdbeeren, Milchviehhaltung und dem eigenem Backofen wünschte sich Karl Dollinger damals schon vor allem eines: Menschen, die teilhaben, die um den Hof eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten bilden und so helfen, diese beachtliche Vielfalt zu erhalten. Menschen, die den Hof durch ihren Beitrag lebendig und funktionsfähig halten.
Von 2014 bis 2025 entwickelte sich auf der Grundlage seiner Philosophie eine der größten Solidarischen Landwirtschaften im Großraum, die heute als Erntegemeinschaft Hofkisten weiterhin nach dem Konzept der Solidarität produziert und nichts vom Gründergedanken eingebüßt hat. Der Betrieb wird heute geführt von Karls Frau und ihren Töchtern.
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.